Biogasanlage

Grüner Strom aus Kleegras und Mist

Die alternative Biogasanlage auf dem Krumbecker Hof: "Statt aus Mais in Monokultur wird aus Kleegras und Mist umweltfreundlicher Strom, Wärme und Dünger gewonnen. "

Seit dem 1. Juni 2010 betreiben wir auf dem Krumbecker Hof auch eine Bio-Biogasanlage. Statt Mais und Schweinegülle wird dort Kleegrassilage und Festmist zu Biogas vergoren. Es werden also nur Reststoffe, die im Betrieb vorhanden sind, verwertet. Dabei entsteht ein Gärrest, der nach den Richtlinien des Demeterverbandes im landwirtschaftlichen Betrieb als hochwertiger Dünger ein­gesetzt werden darf. Der Gärrest aus der Biogasanlage dient auf unseren Flächen als wertvoller Nährstofflieferant, um den Bedarf der Pflanzen an Stickstoff, Phosphor und Kalium zu decken. Zusätzlich werden die Böden durch die Gärrestdüngung mit organischer Substanz angereichert, was zu einem aktiven Bodenleben und schneller Nährstoffumsetzung führt.

Die Anlage in Krumbeck wird von der Landwirtschaftskammer als Pilotanlage eingestuft und soll richtungsweisend sein als Eigenbedarfsanlage für mittlere Landwirtschaftsbetriebe und für Biobetriebe, die auf die Umwelt und den Nährstoffkreislauf im eigenen Betrieb achten wollen.

Im Vordergrund steht nicht der maximale Stromertrag, sondern die Versorgung der Anlage mit hofeigenen Substraten ohne dabei den Getreideanbau zu verdrängen.

Was geschieht nun mit dem erzeugten Biogas aus der Vergärung in den sogenannten Fermentern? Das Gas wird gereinigt, gefiltert und als Brennstoff zu einem Motor geführt. Bei der Verbrennung des Methangases in einem 200 PS Motor im sogenannten Blockheizkraftwerk entsteht jede Menge Wärme. Diese wird an die Wohnhäuser des Hofes durch Fernwärmerohre transportiert und soll vollständig Heizöl und Propangas für Warmwasser und Heizung ersetzen.

Nicht zuletzt wird Strom erzeugt, denn der Gasmotor treibt einen Generator an, der im Jahr ebenso wie die Windräder Strom für rund 300 Haushalte in das Versorgungsnetz einspeist.

Dies erspart der Umwelt CO2 und andere Schadstoffe.

Sicherlich kann auch eine Bio-Biogasanlage nicht auf Transporte vom Acker zum Hof und vom Hof zum Acker verzichten. Allerdings beschränkt sich dies auf einen überschaubaren Rahmen. Drei mal im Jahr wird das Gras und der Klee der eigenen Felder geschnitten und innerhalb von 2 Tagen ist alles im Silo verstaut. Ebenso der Gärrest. Der wird ebenfalls innerhalb von 7 Tagen im Jahr auf die Felder des eigenen Hofes ausgebracht. Diese Transporte können in so kurzer Zeit nur deswegen so schnell von statten gehen, weil die landwirtschaftlichen Maschinen heute mit großem Volumen und viel PS ausgestattet sind.

Allein der zugelieferte Mist aus den Nachbardörfern wird in kleineren Hängern von Nachbarbauern zum Hof gefahren. Die Achslasten sind jedoch auch bei den großen Fahrzeugen nicht höher als bei den kleinen Anhängern und Traktoren, da große Fahrzeuge mit entsprechend größerer Bereifung fahren. Diese sehen zwar beängstigend aus, schonen jedoch die Fahrbahn vor allzu großen Schäden.